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Die Geschichte der Dorfbibliothek Villmergen

Unsere Geschichte
Auszug aus den Villmerger Blättern Nummer 7 von 1997

Es war einmal

Die älteste Bibliotheksgründung in Villmergen geht auf die Jahre 1929/30 zurück, als der katholische Jünglingsverein in der alten Kaplanei eine eigene Vereinsbibliothek anlegte. Dieser Zeitpunkt war kein Zufall. Er war Ausdruck der Anstrengungen der Kirche, die Volksbildung nicht allein dem Staat zu überlassen, sondern selber ihren Einfluss geltend zu machen. Gleichzeitig war damit der Wunsch verbunden, der Leserschaft literarische Werke zu vermitteln, die der Morallehre der Kirche entsprachen und ihre Erziehungsgrundsätze verbreiteten. „Gesinnungstreue“ Literatur könnte man das nennen.

Damals gab es in Villmergen einen Lesezirkel, dem zwölf finanziell gut gestellte Familien angehörten. An sie verteilte Lehrer Rothlin mit seinen Schülern je ein rundes Dutzend literarische Hefte in grossen Mappen. Sie wurden für einen Abonnementspreis von zwanzig Franken pro Jahr periodisch ausgewechselt. Ein Schüler der Klasse war für eine Familie zuständig.

Noch in den Dreissigerjahren übernahm der katholische Jung-Aargau Villmergen die Führung der Bibliothek, bevor sie 1951 in eine Pfarreibibliothek umgewandelt und vom katholischen Männerbunde finanziert und betreut wurde. Die Geldmittel kamen vor allem durch private Sammlungen zusammen. 1959 erfolgte eine konfessionelle Öffnung, mit der die Gemeinde den einen Teil der Finanzierung übernahm und die Kirchgemeinde ab 1964 den andern. Aus der Pfarreibibliothek wurde die Volksbibliothek, die 1969 ins Pfarreiheim umzog.

Schon im Jahre 1944 hatte Josef Meyer-Wohler die Leitung übernommen und gab sie erst im Jahre 1993 in andere Hände, von denen noch zu sprechen sein wird. „Ein guter Sakristan führt auch die Pfarrbibliothek!“ erklärte man ihm damals und machte die Bibliotheksarbeit kurzerhand zu einem Bestandteil seines Pflichtenhefts und damit seines Lohns.

Unzählige Stunden verbrachte Josef Meyer während fast 50 Jahren mit dem Ausleihen, Ausrüsten und Einkaufen der Bücher, ohne je einen angemessenen Lohn zu erhalten. Trotz der misslichen Umstände war ihm ein wichtiges Anliegen, dass der Jugend gute Bücher zur Verfügung standen. Diese Aufgabe musste gut und zuverlässig erledigt werden. Seine Verdienste um das Bibliothekswesen in unserem Dorf sollen an dieser Stelle besonders gewürdigt werden. Mit 300 Büchern hatte er 1944 begonnen. Am Ende seiner Tätigkeit war die Bibliothek auf 4‘500 Bände angewachsen und drohte aus allen Nähten zu platzen.

Die Schulbibliothek

Parallel zum Entstehen der Volksbibliothek war auch eine Schulbibliothek im Schulhaus Dorf gewachsen, die 1940 erst wenige Schränke zu füllen vermochte. Mit dem Bau des neuen Schulhauses wurde sie im Jahre 1968 in den Hof umgesiedelt und durfte 1981 im neuen Erweiterungsbau endlich einen eigenen, schönen Raum belegen, wie es ihr zustand. Eine kleine Bibliothek für die Kinder im Schulhaus Dorf blieb bestehen und wurde in den letzten Jahren ebenfalls ausgebaut.

1993, beim jüngsten Umbau der Schulanlage Hof, führten glückliche Umstände zur Verwirklichung des lange gehegten Wunsches, Volks- und Schulbibliothek unter einem Dach zu vereinen. Man kam damit auch gerade rechtzeitig den Wünschen der Kirchenpflege und des Bibliothekars entgegen, die dringend um Veränderung gebeten hatten. Auch im Pfarreiheim herrschte Platznot.

Umbau

Nachdem die Gemeindeversammlung 1993 einen Einrichtungskredit von Fr. 92‘000.—bewilligt hatte, nahm die vom Gemeinderat bestellte Bibliothekskommission ihre Arbeit auf.

Sieben Mitarbeiterinnen wurden eingestellt, zwei davon speziell für die Schulbibliothek. Auch sie, Marion Ziegler und Brigitte Ledermann, wurden in Kursen eigens auf diese Aufgabe vorbereitet. Die Zusammenführung der beiden Bibliotheken erforderte unzählige Arbeitsstunden: Bücher mussten überprüft, gezügelt, neu ausgerüstet und katalogisiert werden. Das Resultat der Arbeit war beeindruckend. Am 29. Oktober 1993 konnte die Dorfbibliothek Villmergen der interessierten Bevölkerung mit Erfolg präsentiert werden.
Während der Schulferien jeweils nur am Dienstag von 18.00 – 20.00 Uhr geöffnet

An lokalen Feiertagen wie auch am schmutzigen Donnerstag und am Fasnachtsdienstag geschlossen!
Kontakt & Öffnungszeiten