Geschichte - Dorfbibliothek Villmergen
Während der Schulferien jeweils nur am Dienstag von 18.00 –20.00 Uhr geöffnet

An lokalen Feiertagen wie auch am schmutzigen Donnerstag und am Fasnachtsdienstag geschlossen!
Öffnungszeiten:
MO
15.00
-
17.00
DI
18.00
-
20.00
MI
16.30
-
18.30
DO
09.00
-
11.00
DO
15.00
-
17.00
FR
16.30
-
18.30
SA
10.00
-
12.00
Dorfmattenstrasse 44 | 5612 Villmergen | 056 200 74 05

Die Geschichte der Dorfbibliothek Villmergen

Unsere Geschichte
Es war einmal

Die älteste Bibliotheksgründung in Villmergen geht auf die Jahre 1929/30 zurück, als der katholische Jünglingsverein in der alten Kaplanei eine eigene Vereinsbibliothek anlegte. Dieser Zeitpunkt war kein Zufall. Er war Ausdruck der Anstrengungen der Kirche, die Volksbildung nicht allein dem Staat zu überlassen, sondern selber ihren Einfluss geltend zu machen. Gleichzeitig war damit der Wunsch verbunden, der Leserschaft literarische Werke zu vermitteln, die der Morallehre der Kirche entsprachen und ihre Erziehungsgrundsätze verbreiteten. „Gesinnungstreue“ Literatur könnte man das nennen.

Damals gab es in Villmergen einen Lesezirkel, dem zwölf finanziell gut gestellte Familien angehörten. An sie verteilte Lehrer Rothlin mit seinen Schülern je ein rundes Dutzend literarische Hefte in grossen Mappen. Sie wurden für einen Abonnementspreis von zwanzig Franken pro Jahr periodisch ausgewechselt. Ein Schüler der Klasse war für eine Familie zuständig.

Noch in den Dreissigerjahren übernahm der katholische Jung-Aargau Villmergen die Führung der Bibliothek, bevor sie 1951 in eine Pfarreibibliothek umgewandelt und vom katholischen Männerbunde finanziert und betreut wurde. Die Geldmittel kamen vor allem durch private Sammlungen zusammen. 1959 erfolgte eine konfessionelle Öffnung, mit der die Gemeinde den einen Teil der Finanzierung übernahm und die Kirchgemeinde ab 1964 den andern. Aus der Pfarreibibliothek wurde die Volksbibliothek, die 1969 ins Pfarreiheim umzog.

Schon im Jahre 1944 hatte Josef Meyer-Wohler die Leitung übernommen und gab sie erst im Jahre 1993 in andere Hände, von denen noch zu sprechen sein wird. „Ein guter Sakristan führt auch die Pfarrbibliothek!“ erklärte man ihm damals und machte die Bibliotheksarbeit kurzerhand zu einem Bestandteil seines Pflichtenhefts und damit seines Lohns.

Unzählige Stunden verbrachte Josef Meyer während fast 50 Jahren mit dem Ausleihen, Ausrüsten und Einkaufen der Bücher, ohne je einen angemessenen Lohn zu erhalten. Trotz der misslichen Umstände war ihm ein wichtiges Anliegen, dass der Jugend gute Bücher zur Verfügung standen. Diese Aufgabe musste gut und zuverlässig erledigt werden. Seine Verdienste um das Bibliothekswesen in unserem Dorf sollen an dieser Stelle besonders gewürdigt werden. Mit 300 Büchern hatte er 1944 begonnen. Am Ende seiner Tätigkeit war die Bibliothek auf 4‘500 Bände angewachsen und drohte aus allen Nähten zu platzen.

Parallel zum Entstehen der Volksbibliothek war auch eine Schulbibliothek im Schulhaus Dorf gewachsen, die 1940 erst wenige Schränke zu füllen vermochte. Mit dem Bau des neuen Schulhauses wurde sie im Jahre 1968 in den Hof umgesiedelt und durfte 1981 im neuen Erweiterungsbau endlich einen eigenen, schönen Raum belegen, wie es ihr zustand. Eine kleine Bibliothek für die Kinder im Schulhaus Dorf blieb bestehen und wurde in den letzten Jahren ebenfalls ausgebaut.

1993, beim jüngsten Umbau der Schulanlage Hof, führten glückliche Umstände zur Verwirklichung des lange gehegten Wunsches, Volks- und Schulbibliothek unter einem Dach zu vereinen. Man kam damit auch gerade rechtzeitig den Wünschen der Kirchenpflege und des Bibliothekars entgegen, die dringend um Veränderung gebeten hatten. Auch im Pfarreiheim herrschte Platznot.

Nachdem die Gemeindeversammlung 1993 einen Einrichtungskredit von Fr. 92‘000.—bewilligt hatte, nahm die vom Gemeinderat bestellte Bibliothekskommission ihre Arbeit auf.

Sieben Mitarbeiterinnen wurden eingestellt, zwei davon speziell für die Schulbibliothek. Auch sie, Marion Ziegler und Brigitte Ledermann, wurden in Kursen eigens auf diese Aufgabe vorbereitet. Die Zusammenführung der beiden Bibliotheken erforderte unzählige Arbeitsstunden: Bücher mussten überprüft, gezügelt, neu ausgerüstet und katalogisiert werden. Das Resultat der Arbeit war beeindruckend. Am 29. Oktober 1993 konnte die Dorfbibliothek Villmergen der interessierten Bevölkerung mit Erfolg präsentiert werden.
(Auszug aus den Villmerger Blättern Nummer 7 von 1997)

Im Jahre 2001 hielt der Computer Einzug in die Bibliothek und im Sommer 2002 wurde die Ausleihe vom Ticket-System auf EDV umgestellt.

Schon im Jahre 2008 war der Medienbestand um mehr als das Doppelte auf 9500 angewachsen. Immer wieder hier ein Gestell mehr, da ein Comictrog: dafür mussten Tische weichen. Es wurde enger in der Bibliothek und die Platzverhältnisse wurden immer prekärer.

Die Enge war kein Hindernis, das Medienangebot ständig anzupassen: CD-ROM, DVD-Video und Hörbücher hielten Einzug im Medienbestand. 2014 trat die Dorfbibliothek dem Verbund ebookplus bei und fortan waren auch E-Medien ausleihbar. Seit 2015 verfügt die Dorfbibliothek auch über eine Homepage.

Eine Veranstaltung in der Bibliothek durchzuführen war eine „logistische Herausforderung“. Obwohl bei der Eröffnung ein Schulzimmer als Reserve gedacht war, konnte dies wegen der steigenden Schülerzahlen nicht in Anspruch genommen werden. Dem Bibliotheksteam war es wichtig, dass die Räumlichkeiten weiterhin ansprechend wirken und dass die Kunden sich in der Bibliothek wohlfühlen sollen.

Erweiterung 2018

Jedes Jahr wurde an den Sitzungen der Bibliothekskommission über die Platzprobleme gesprochen. An der Herbstgemeinde 2017 wurde dann endlich ein Kredit von Fr. 100‘000.—für den Umbau/Erweiterung der Bibliothek gesprochen. Das angrenzende Schulzimmer samt davor liegendem Gang würden neu zur Bibliothek gehören.

Ende Juni 2018 wurde die ganze Bibliothek ausgeräumt: Rund 11‘500 Medien wurden in Kisten verpackt und alle Gestelle demontiert. Während den Sommerferien entstand die neue Bibliothek. Um die Kosten möglichst tief zu halten, wurden alle bestehenden Gestelle wiederverwendet und nur das Nötigste angeschafft.

Am 25. August 2018 wurde die „neue“ Bibliothek mit einem Tag der offenen Tür dem Publikum präsentiert. Endlich haben die Mitarbeiterinnen ein abschliessbares Büro von knapp 24 m2 und die Medien werden jetzt auf neu 286 m2 präsentiert. Zum Glück konnte der „Charme“ der Dorfbibliothek gewahrt werden und das Team bekommt viele Komplimente für die ansprechenden, neuen Räumlichkeiten.





























































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